oder zumindest der erste Schritt dazu begann bereits im Jahr 1997. Mein Großvater, damals über neunzig Jahre alt, wurde bettlägerig. Bis dahin hatten meine Großeltern das kleine Haus und den großen Garten selber instandgehalten. Für meine Mutter war klar, dass Oma und Opa nie in ein „Heim“ kommen würden. Während der 2 Jahre in denen meine Großeltern aufopferungsvoll von meiner Mutter gepflegt wurden, gingen mir 2 Gedanken durch den Kopf. Würde ich es schaffen, meine Eltern ähnlich wie das meine Mutter getan hatte zu pflegen, sodass sie im vertrauten Kreis ihre letzen Tage erleben könnten? Was wird sein wenn ich pflegebedürftig werde? Wer wird sich um mich kümmern?
Wie das meist so ist im Leben, aus den Augen aus dem Sinn, war dieses unangenehme, man könnte sagen, Tabu-Thema bald nicht mehr so präsent. Als meine Mutter dann 2003 von einem Fernseh Beitrag über eine von einem Schweizer initiierte Alzheimereinrichtung in Thailand schwärmte, kamen die Gedanken zurück. Ihr Kommentar zur Sendung war: „Wenn ich einmal in einem ähnlichen Zustand bin würde ich mir wünschen so menschlich und „normal“ behandelt zu werden wie in Baan Kamlangchai, so heißt das Dorf für Menschen mit Demenz in Chiang Mai im Norden von Thailand. An diesem Tag hat die Residencia Austria begonnen!
Lange Zeit war es nicht mehr als eine Idee. Da ich von meinen Eltern jede Menge Reiselust geerbt habe, bin ich sehr oft in aller Herren Länder unterwegs, seit diesem Tag immer öfter in Thailand. Der liebevolle, natürliche Umgang mit der älteren Generation, die voll im Alltagsleben integriert ist, gab mir die Bestätigung die Realisierung dieser Idee voranzutreiben. Mittlerweile waren andere Länder aus der Betrachtung ausgeschieden, da auch die medizinische Versorgung in den vielen Krankenhäuser in Thailand westlichen Standard teileweise sogar übertrifft.
Für Recherchen vor Ort ist es notwendig, die Sprache des Landes zu sprechen. Ich wurde in Wien bei Uma Höfer-Trachu fündig, eine gebürtige Thailänderin, die nun schon seit vielen Jahren mit ihrem Mann Hans in Wien lebt. Es gab nach den Unterrichtsstunden öfter mal thailändische Gerichte im Hause Höfer, zu denen ich immer, wie es in Thailand üblich ist, eingeladen wurde. Natürlich erzählte ich dauernd von der Idee einer Residenz in Thailand. Bei diesen Gesprächen stellte sich heraus, dass Hans und Uma bereits geplant hatten, bei ihrem Pensionsantritt nach Thailand zu übersiedeln, um dort ihren Ruhestand zu verbringen.
Man würde dort ein Haus kaufen und sich selbst eine Infrastruktur schaffen, die es ermöglichen sollte, den Lebensabend gemütlich zu genießen. Da sich sehr viele Übereinstimmungen zwischen unseren Familien entwickelten, wurde philosophiert, ob es möglich wäre eine solche Planung gemeinsam durchzuführen, wobei wir uns in den darauffolgenden Wochen und Monaten zwischen Thailandreisen auch auf Internetrecherchen stützten und sich herausstellte, dass es zwar sehr wohl Projekte von Schweizern und Schweden gab, die jedoch aufgrund ihrer Größe und Konzeption als zu unpersönlich eingestuft wurden.
Unser Plan sah ein kleines, persönliches Konzept mit ausgeprägtem Dorfcharakter in unmittelbarer Nähe vom Meer vor und wir beschlossen, anlässlich der nächsten Reise nach Thailand entsprechende Grundstücke zu suchen. Diese Grundsätze, die sich im Slogan der Residencia Gemeinsam Meer Leben wiederfinden, sind die Basis für das Entstehen einer Dorfgemeinschaft in der es unseren Gästen eher schwer gemacht werden soll, einsam zu bleiben.
Unerwartete Verstärkung bekamen wir durch einen weiteren Österreicher, Mag. Hermann Roth und seiner Lebensgefährtin, einer Diplomatin in der thailändischen Botschaft.
Hermann, Österreich-Konsulent des Thailand Board of Investment (BOI), konnte sich mit dem Projekt identifizieren, beriet uns hinsichtlich der Vorteile des BOI, riet jedoch von einem zu kleinen Projekt dieser Art ab und empfahl eine Größenordnung von 40 Wohneinheiten anzustreben und gemeinsam eine Thai Aktiengesellschaft zu gründen. Als Name für die Gesellschaft wählten wir "Residencia Austria Thailand".
Der Vorteil einer solchen Firmenkonstruktion liegt darin, dass die Gesellschaft, nach Zustimmung des BOI, nach thailändischem Recht, selbst ein Grundstück besitzen darf, und dadurch keine Thailänder als Gesellschafter erforderlich sind.
Nach weiteren intensiven Beratungen wurde im Frühjahr 2007 die Residencia Austria Co. Limited gegründet.

Mag. Peter Stolle wurde durch unsere Homepage auf das Residencia Austria Projekt aufmerksam. Peter arbeitet als klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe in therapeutischen Einrichtungen, seit 2003 beschäftigt er sich mit der medizinischen Infrastruktur in Thailand und seit 2005 mit der Organisation eines Betreuungskonzeptes für bedürftige Menschen in einer Altersresidenz in Thailand.
Nach den ersten gemeinsamen Gesprächen war klar, dass wir in ihm einen weiteren Verbündeten für unser Projekt gewonnen hatten - seit Frühjahr 2006 ist er Berater der Residencia Austria im Bereich Gesundheitsmanagement.
Mittlerweile arbeitet ein ganzer Stab von Spezialisten im Auftrag der Residencia Austria. Anwälte, Architekten, Soziologen, Umwelttechniker, Finanzdienstleister helfen mit um die Idee in die Tat umzusetzen.